Bewertung der Sicherheit und thermischen Stabilität von Knopfzellenbatterien mit neuer Technologie
Wie das Knopfzellen-DSC die Prüfung der thermischen Stabilität ganzer Zellen ohne Demontage ermöglicht
Morgan Ulrich | Hang Lau
16. Juni 2026

Messung der thermischen Stabilität von Batterien
Unter thermischer Stabilität versteht man die Fähigkeit eines Materials, einer Zersetzung standzuhalten, wenn es Hitze ausgesetzt ist. Zum Glück für die Batterieentwickler gibt es eine bewährte materialwissenschaftliche Methode zur Messung des Wärmeflusses: Dynamische Differenzkalorimetrie (DSC). DSC-Geräte der Waters Materials Sciences Division finden seit den 1970er Jahren breite Anwendung in der Polymer-, Pharma- und sonstigen materialwissenschaftlichen Forschung.
DSC wird von Batterieforschern und -entwicklern eingesetzt, um die thermische Stabilität und Zersetzung von Batteriematerialien zu untersuchen, doch ein herkömmliches DSC ist nicht für Batterietests ausgelegt. Der derzeitige Arbeitsablauf sieht vor, dass eine Batteriezelle zerlegt wird, um einzelne Materialien auf einem DSC zu testen; allerdings lässt sich durch die getrennte Untersuchung der Materialien möglicherweise nicht das volle Ausmaß ihrer thermischen Stabilität oder ihrer Wechselwirkungen erkennen. Sicherheitstests an kompletten Zellen werden auf einen späteren Entwicklungszeitpunkt verschoben, was häufig zu kostspieligen und zeitaufwändigen Korrekturen führt.
Eine bahnbrechende Lösung für die Prüfung der Batteriesicherheit
Mit dem dynamischen Differenzkalorimeter für Knopfzellen von Waters TA Instruments™ können Batterieforscher und -entwickler die Sicherheit und Leistung kompletter Knopfzellen direkt und ohne Demontage beurteilen. Nun können Ganzzellversuche bereits in einer früheren Entwicklungsphase durchgeführt werden. Diese Tests können als Orientierung für die Batterieentwicklung dienen, indem sie Reaktionen identifizieren, die zu Selbsterwärmung oder thermischem Durchgehen führen können. Anschließend können Entwickler diese Daten mit den Sicherheitstests in der späten Entwicklungsphase abgleichen, um sich ein umfassendes Bild von der Batteriestabilität zu verschaffen.

Da sich Batterien durch Temperaturschwankungen oder Überladung/Überentladung verschlechtern können, wurde des Knopfzellen-DSC entwickelt, um Reaktionsauslöser und die daraus resultierenden thermischen Ereignisse zu erfassen. Die speziell für diesen Zweck entwickelte Knopfzellenkapsel erfasst das gesamte Wärmeflusssignal über den gesamten Temperaturbereich hinweg und zeigt so auf, wie Temperaturänderungen zu Reaktionen innerhalb der Batterie führen können. Eine integrierte Kabelverbindung ermöglicht die Spannungsüberwachung bei thermischen Ausfällen der Zellen, sodass Sie thermische Prozesse mit elektrochemischen Daten in Zusammenhang bringen können.
Die folgenden Experimente zeigen wichtige Messwerte zur Batteriesicherheit, die mit dem Knopfzellen-DSC ermittelt wurden.
Temperatur, bei der das thermische Durchgehen einsetzt
Ein thermisches Durchgehen tritt auf, wenn eine kritisch hohe Temperatur exotherme Reaktionen auslöst, die zu einem weiteren Temperaturanstieg führen. Die Ermittlung der Auslösetemperatur und der daraus resultierenden Reaktionen ist entscheidend für die Vorhersage von Ausfällen und die Entwicklung sichererer Batterien.
Im folgenden Beispiel wurde eine NMC-Knopfzelle auf 600 °C aufgeheizt, wodurch vier Reaktionsschritte sichtbar wurden:
- Auslösetemperatur für irreversible Zellzersetzung
- Schmelzen des Separators und der Dichtung der Knopfzelle, um die Entlüftung für die Analyse der entstehenden Gase zu ermöglichen
- Thermische Zersetzung und Kreuzreaktion von Elektrolyt und aktiven Materialien
- Thermischer Abbau der Dichtung und Hochtemperaturreaktion mit aktiven Materialien

Diese Temperaturkurve einer kompletten Knopfzellenbatterie konnte dank des hochempfindlichen Sensors des Knopfzellen-DSC erfasst werden. Diese Technologie ermöglicht eine genauere Analyse der Auslösetemperatur und unterstützt die Charakterisierung komplexer Reaktionsmechanismen.
Analyse von Batteriekurzschlüssen
Für die Technik und Konstruktion ist es von entscheidender Bedeutung, genau zu ermitteln, wann eine Batterie kurzschließt und ihre Funktionsfähigkeit verliert. Die Spannungsüberwachung misst den Ladezustand der Batterie und erkennt elektrochemische Signale, wenn ein interner Kurzschluss oder ein Spannungsabfall auftritt, wobei sie die Reaktionen, die zu diesen Veränderungen führen, in Zusammenhang bringt.
Die folgende Abbildung zeigt, wann ein Kurzschluss auftritt. Dieser starke Spannungsabfall deutet auf einen Kurzschluss hin, woraufhin die Zelle vollständig ausfällt und die Spannung auf 0 V abfällt. Die genaue Lokalisierung eines Batteriekurzschlusses hilft Batterieentwicklern dabei, festzustellen, ob ihr Design unter typischen Einsatzbedingungen sicher ist oder überarbeitet werden muss, um höheren Temperaturen standzuhalten. Die eingefügte Kurve zeigte den Beginn eines Reaktionswärmestroms bei etwa 119 °C, der bei 130 °C zu einem Spannungsabfall führte und damit erste Anzeichen einer Degradation erkennen ließ.

Vielseitigkeit bei der Prüfung der Batteriesicherheit
Neben der Erkennung von Kurzschlüssen und der Ermittlung der Temperaturen, bei denen ein thermischer Durchbruch einsetzt, wie oben dargestellt, müssen Batterieentwickler auch die ablaufenden Reaktionen und die Zusammensetzung der entstehenden Gase verstehen, falls eine Batterie die Sicherheitsgrenzwerte überschreitet. Die Abgasanalyse ermittelt die bei einer Reaktion freigesetzten Gase, wie beispielsweise Kohlendioxid, Sauerstoff, Kohlenwasserstoffe und andere Zersetzungsprodukte. Die Identifizierung dieser Gase ist entscheidend, um festzustellen, ob eine Batterie bei einem Ausfall ein erhöhtes Sicherheits- und Brandrisiko darstellt.
Und schließlich sind all diese Daten nur so aussagekräftig, wie gut Sie sie analysieren können. Die TRIOS-Software des Knopfzellen-DSC bietet ein außergewöhnliches Benutzererlebnis bei der Gerätesteuerung, der Datenanalyse und der Berichterstellung. Integrierte Vorlagen erleichtern die Durchführung gängiger Sicherheitsprüfungen für Knopfzellen. TRIOS kombiniert zudem effizient Daten aus verschiedenen Prüfverfahren, darunter Spannungsüberwachung, Abgasanalyse und Wärmeflussmessungen.
Erfahren Sie mehr über den Knopfzellen-DSC und wenden Sie sich an die Batterieexperten von Waters Materials Sciences, um weitere Informationen zu erhalten.
Sonstige Ressourcen
- Produktdemo – Wir stellen vor: Das dynamische Differenzkalorimeter für Knopfzellen
- Anwendungshinweis – A Complete Thermal, Chemical, and Electrical Study of Battery Failure Using the Coin Cell DSC
- Blog – How to Enhance Battery Safety by Evaluating Materials’ Thermal Stability
- Beispieldaten – Dynamisches Differenzkalorimeter für Knopfzellen – Techniken & Beispeldaten






